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November 21 2011
Brauche ich eine mobile App?
In den vergangen Wochen und Monaten wurde ich immer wieder gefragt, ob es notwendig ist, eine iPhone App zu haben. Ich muss vorausschicken: Ich bin kein Freund von Apps und halte es mit dem Running Gag vom Castlecamp 2010 in Kaprun “Braucht jeder Depp a App?” Bereits vor einiger Zeit habe ich meine Meinung dazu um einen weiteren und eigentlich sehr ernst gemeinten Satz erweitert:
“Wer braucht schon einen Nutzen, wenn man eine App haben kann!”
So fällt es mir unter anderem recht schwer, einen Nutzen in den zahlreichen Hotel-Apps zu sehen. Ich würde bei diesen Apps wirklich zu gerne die Downloadzahlen der App mit den Aufrufen der Hotelwebseite durch mobile Geräten vergleichen. Ich wage zu behaupten, dass letzteres stärker genutzt wird und man daher dort beginnen sollte. Das Geld für eine App halte ich zum Beispiel in ein Glas Sekt für die Gäste oder eine kostenlose Massagen besser investiert. Skaliert zwar nicht so gut, bietet dem Gast dafür in der Regel einen deutlich stärkeren Nutzen und bleibt auch länger im Kopf.
Aus diesem Grund rate ich auch in den meisten Fällen zu folgender Strategie:
- Die eigene Webseite einem Tauglichkeitstest unterziehen
Sollte selbstverständlich sein, ist es aber leider sehr oft nicht. Flash, komplizierte Javascript-Menüs und andere Sackgassen machen die Nutzung der Webseite oft nur mit einer Maus bzw. den PC möglich. - Große und bewährte Internetdienste nutzen
Wie Bewertungsplattformen, Google Places/Maps, Flickr, YouTube, usw. Viele Online-Services greifen auf die Daten großer Portale zurück und integrieren diese in ihre eigenen Apps. Aus diesem Grund sollte man das Problem an der Wurzel packen und dort gut vertreten sein. Oft genügt es den Besucher oder Kunden, auf eine bestehende und gute App zu verweisen und diese für sich zu nutzen. - Eine mobile Version der eigenen Webseite anbieten
Hier ist darauf achten, dass die Geräte beim ersten Ansurfen automatisch erkannt werden und auf die angepasste Version umgeleitet werden. Mit Responsive Webdesign (die Seite passt sich an den verfügbaren Platz an) kann man diesen Schritt schon gemeinsam mit Punkt 1 lösen. Bitte als mobile Version auf keinen Fall DoIt-Yourself Lösungen verwenden! Die Wartung der mobilen Version sollte nicht von der “großen” Webseite getrennt sein – anders funktioniert es in der Praxis aufgrund der Ressourcen nicht. - Eine App erstellen lassen
Nachdem die ersten 3 Schritte gelöst sind, kann über eine App nachgedacht werden. Hier sollte jedoch ein klarer Mehrwert erkennbar sein und nicht der Wunsch des Geschäftsführers, das Logo des Unternehmens im App Store zu finden.
Abschließend noch ein paar Lesehinweise für alle, die sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchten:
Etwas weniger drastisch als ich und eher von Kosten/Nutzen-Seite betrachtet hat dies Inc. Technology.com.
IntoMobile berichtet über eine Studie von OpenCloud die aussagt, dass sich Nutzer gar nicht um Apps kümmern. Die meisten User begnügen sich mit dem SMS, Telefonie, Email, einem Browser, der Kamera und Karten.
Das es aber auch anders geht und eine Hotel-App auch gut gemacht sein kann, zeigt das Hotel Weitzer in Graz mit der App Graz Secrets.
Das Headerbild kommt von MobileMonday Austria.
November 18 2011
Alexander Oswald – Why Kenyans do it better
Kurz und bündig: Eine sehr inspirierende Präsentation von Alexander Oswald (@_alexoswald) bei der TEDxVienna:
Schön, dass wir in Österreich doch Leute haben, die über den Tellerrand blicken.
November 16 2011
Blood in the Mobile
In diesem Blog beschäftige ich mich seit etwas mehr als 4 Jahren damit, was mit immer neueren und besseren Handys möglich ist und welche Chancen das bietet.
Heute möchte ich einmal – ohne hier den Gutmenschen spielen zu wollen – kurz auf die Kehrseite der Medaille aufmerksam machen. Der Film “Blood in the Mobile” zeigt, wie wir mit dem Kauf von Handys den Krieg im Kongo mitfinanzieren und das wir uns nicht vor unserer Verantwortung drücken sollten.
Worum geht es dabei eigentlich? Stichwort: Metalle der Seltenen Erden
Vielleicht würde es der IT-Industrie helfen, eine Art “Fair Trade” Zeichen einzuführen. Einen gewissen Anhaltspunkt über das Verantwortungsbewusstsein der großen Hersteller gibt zumindest der “Guide to Greener Electronics” von Greenpeace.
November 10 2011
Meine essenziellen mobilen Apps
Bei mir stellt sich ca. alle 1,5-2 Jahre die Frage nach einem neuen Handy/Smartphone, weil das bisherige einige Anforderungen nicht mehr erfüllt und ich am Ball der Zeit bleiben möchte bzw. beruflich muss.
Diese Entscheidung ist für mich in den letzten Jahren auch immer wieder eine Plattformentscheidung, deswegen stellt sich für mich die Frage nach den absolut unverzichtbaren Use-Cases:
- Email: Die eigenen Mailserver werden über IMAP abgerufen und Gmail muss auch funktionieren. Sollte eigentlich kein Problem sein – einige Geräte haben mich hier in der Vergangenheit aber enttäuscht.
- Kontakte & Kalender Synchronisation: Meine Kontakte und Kalender synchronisiere ich über die unterschiedlichen Geräte mit Google – das hat sich bewährt und ist in meinen Augen im Moment die flexibelste Lösung.
- Browser: Ein guter Browser, der die aktuellen Webstandards unterstützt ist notwendig. Flash wäre nett, ist aber wegen der unzureichenden Bedienbarkeit auf einem Handy verzichtbar – hier bin ich absolut einer Meinung mit Steve Jobs.
- Notizen: Evernote oder Springpad, damit die Notizen auf allen meinen Geräten verfügbar sind. (App des Tages: Evernote)
- Navigation: In meinen Augen führt hier (wegen Google Places) eigentlich kein Weg an Google Maps vorbei. Google Maps ist am iPhone aber mittlerweile ein Stiefkind und gegenüber der Android-App einfach ein Witz. Nokia Maps ist mir persönlich beim Start noch etwas zu träge, hat aber bei der Auto-Navigation und durch den Download der Karten zur Offline-Nutzung gehöriges Potential.
- Google Reader: Ich brauche eine komfortable App, um meine im Google Reader-verwalten News zu lesen. Natürlich müssen diese dann auch überall als gelesen markiert sein. (App des Tages: NewsRob)
- Dropbox: Die ständige Verfügbarkeit von bestimmten Dateien ist mittlerweile einfach Standard geworden und muss funktionieren. Dropbox ist für mich sowohl beruflich als auch privat der bevorzugte Service.
- Podcasts: Ich habe einige Podcasts abonniert, die ich am Weg zur Arbeit und im Auto abrufen und hören möchte.
- Flickr: Ungeachtet der zahlreichen Foto-Apps möchte ich meine Fotos weiterhin auf Flickr haben und nicht im ganzen Internet verstreut auf irgendwelchen Plattformen speichern. Einige Filter, wie von Instagram & Co. bekannt, möchte ich aber dennoch nutzen.
- Öffentlicher Verkehr: Ich fahre oft und – trotz ÖBB – gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das muss auch planbar sein.
- Zeitaufzeichnung für Basecamp: Ist für mich mittlerweile auch eine Funktion, die ich fast täglich nutze. (App des Tages: Timy)
- Google Analytics: Manchmal ist es notwendig, schnell einen Blick in die Zugriffzahlen von Kundenseiten zu werfen, um Vergleiche oder Aussagen machen zu können.
- Facebook & Twitter: Sind notwendig – nutze ich zur Not aber auch mit dem Browser.
- Kamera: Last but not least eine vernünftige Kamera, weil ich in Zukunft wohl verstärkt mal einen Schnappschuss machen will und ich meine DSLR in den richtigen Momenten sicher nicht dabei habe.
Leider ändern sich diese Anforderungen auch immer wieder recht schnell und deswegen sollte die Plattform flexibel genug sein, mich 1,5-2 Jahre glücklich zu machen. Im Moment sehe ich hier das iPhone und Android (wegen der untragbaren Updatepolitik der Hersteller aber alleine in der Nexus-Reihe) ganz klar im Vorteil. Windows Phone wird sich hier in nächster Zeit dank Nokia aber sicher entwickeln und das darf daher in Zukunft nicht vergessen werden. Blackberry und Symbian haben meiner Meinung nach in Mitteleuropa keine Zukunft. Um MeeGo in Form des Nokia N9 tut es mir persönlich leid, das hätte sicherlich gutes Potential.
November 07 2011
Wie verändert Vernetzung unser Leben?
Diese kurze Dokumentation zeigt anhand von einigen erfolgreichen Unternehmen sehr gut, wie die voranschreitende Vernetzung unser Leben verändert. Nachdem die Grenze zwischen Smartphones, Tablets, PCs und anderen Connected-Devices immer mehr verschwimmt, tue ich mir auch zunehmend schwer hier noch eine Abgrenzung zu erkennen.
via Techcrunch
September 29 2011
App des Tages: Timy – Basecamp Zeiterfassung mit Android
Basecamp ist ja fast schon so etwas wie der Standard, wenn es um Projektmanagement-Tools geht – zumindest kommt es mir in meinem Umfeld so vor. Ich habe mittlerweile mehrere Projekte, die über Basecamp verwaltet werden.
Die mobile Webseite des Dienstes ist sehr funktional und gut gelöst, die Möglichkeit der Zeiterfassung vermisse ich dort jedoch. Über Zeiterfassung könnte ich jetzt einiges schreiben, ist aber ohne Zweifel einfach notwendig und sollte immer so schnell als möglich gemacht werden. Ich fahre meistens mit der U-Bahn nach Hause und das ist für mich der beste Zeitpunkt, die Arbeitszeiten des Tages auf die verschiedenen Tätigkeiten zu buchen. Deshalb war ich lange auf der Suche nach einer Möglichkeit, diese Zeiten mit einem Smartphone einzutragen.
Genau diese Möglichkeit habe ich jetzt Dank Timy. Die App ist für iPhone und Android verfügbar und erfüllt genau den zuvor genannten Anwendungsfall und den sehr gut. So wie eine App sein sollte – schlank und funktional.
May 27 2011
Überblick über Mobile Plattformen
Nach dem Überblick über Mobile Technologien gibt es jetzt auch noch einen Überblick über die unterschiedlichen mobilen Plattformen, inklusive den jeweiligen Entwicklerprogrammen und Kosten. In den Folien sind auch einige Zahlen zu den unterschiedlichen App Stores und zur Nutzung von mobilen Applikationen enthalten.
May 23 2011
App des Tages: Thinking Space
Eine sehr gute Applikation, um Gedanken und Ideen mit Hilfe von Mindmaps auf Android zu visualisieren, ist Thinking Space. Mit der App ist es möglich, einfach und schnell Mindmaps zu erstellen. Diese können exportiert und am PC mit der kostenlosen Software FreeMind weiterbearbeitet werden – der umgekehrte Weg ist natürlich auch möglich!
Alles in allem eine sehr hilfreiche und nützliche Applikation zur Gedanken- und Ideenorganisation.
May 20 2011
Überblick über mobile Technologien
Diese Woche hatte ich das Vergnügen gemeinsam mit Olaf Nitz und Jörg Linder ein 2-tägiges Seminar zum Thema Mobile Apps & Mobile Marketing zu halten. In einem Teil des Vortrags habe ich einen kurzen Überblick über Technologien gegeben, die auf einem Handy bzw. Smartphone zur Verfügung stehen.
Hier die Folien zu diesem Teil des Vortrag:
May 18 2011
iPad 2 vs. LG Optimus Pad
Vor einigen Wochen hatte ich bei einem Vortrag in Graz die Aufgabe, verschiedene mobile Plattformen vorzustellen und die dazugehörigen Geräte vorzuführen – darunter waren unter anderem ein iPad 2 und ein LG Optimus Pad. Das habe ich zum Anlass genommen, die beiden Geräte auch am Blog miteinander zu vergleichen.
iOS vs. Android 3.0 (Honeycomb)
Auf dem iPad 2 läuft bekannter Weise das iOS von Apple, mit allen seinen Vor- und Nachteilen. Die Apple-Welt zeichnet sich durch schönes und einheitliches UI, schöne Übergänge und generell einem sehr durchdachten Interface aus. Der App-Store ist prall gefüllt mit guten Applikationen, das Setup des Gerät läuft schnell und einfach ab (ein PC oder Mac mit iTunes ist jedoch zwingend notwendig). Generell ist iOS gut und einfach zu bedienen.
Dem allen gegenüber steht der bekannte goldene Käfig, in dem man sich als Apple-User zwangsläufig befindet: Applikationen müssen zuerst mal den Approval-Prozess von Apple überstehen, Standard-Anwendungen auszutauschen ist nicht erlaubt und werden im App Store kaum zugelassen, außerdem ist es ohne Umwege nicht möglich, Daten auf dem Gerät zu speichern. Konkretes Beispiel: Um eine Keynote-Präsentation auf das iPad zu bringen, muss man entweder über einen Online-Speicher (Dropbox funktioniert grundsätzlich ganz gut) gehen, oder die Datei recht umständlich über iTunes übertragen. Hier wäre ein klassisches Filesystem mit “Öffnen”-Dialog schon sehr hilfreich – vor allem für das Rücksichern.
Android ist in diesem Bereich um einiges flexibler: Unter Windows wird das Gerät einfach angesteckt und über Explorer mit Dateien befüllt. Am Mac muss dazu ein kleines Tool installiert werden. Ich muss es immer wieder sagen: Android ist generell sehr offen und flexibel.
Der Android-Market ist in der Quantität dem App-Store mittlerweile fast ebenbürtig, in der Qualität hinken die Apps aber dem Feeling und der Optik der iOS-Apps doch deutlich hinterher. Was mir persönlich an Android sehr gut gefällt ist die Möglichkeit, für jede Aktion ein eigenes Programm zu definieren. Wem also beispielsweise die Standard SMS-Applikation nicht gefällt, kann sich eine neue aus dem Market aussuchen und ab sofort diese verwenden.
Hardware
Bei der Hardware gibt es auf den ersten Blick einen wesentlichen Unterschied: Das iPad ist im Längen-/Breitenverhältnis eher einer A4-Seite angelehnt (9,7 Zoll, 1024 x 768), das Pad von LG scheint sich eher am Widescreen eines Fernsehers zu orientieren (8,9 Zoll, 1280 x 768). Ob dahinter ein tieferer Sinn steckt (iPad zum Lesen, Android für Videos), ist mir zumindest bei Android nicht bewußt. Das iPad setzt definitiv sehr stark auf Magazine, Bücher und den Lesegenuss. Dafür ist es auch wirklich sehr gut geeignet und es macht am Frühstückstisch eine sehr gute Figur – nicht zuletzt auch wegen dem intelligent gestalteten Magnet-Cover, dass sich zu einem Leseständer zusammenrollen lässt.
Die Kamera des iPad ist eher mau, da überzeugt das LG Optimus Pad mit seinen zwei Kameras (für 3D Bilder und Videos) deutlich mehr. Wunder darf man aber auch von ihnen keine erwarten – ob Tablets jemals eine Konkurrenz zu echten Kameras werden, darf bezweifelt werden. Immerhin kann man damit aber auch HD-Videos in voller Auflösung aufnehmen.
Die Bedienung läuft bei beiden Geräten dank der 1 GHz Dual-Core Prozessoren sehr flüssig und die Grafik ist auch bei beiden sehr ansehnlich.
Bei den Anschlüssen ist Apple bekanntermaßen nicht sehr großzügig. Außer dem obligatorischen Kopfhöreranschluss findet sich hier lediglich der Dock-Connector. Das LG Optimus Pad ist dem iPad hier einen Mini-HDMI und einem Micro-USB voraus. Das Netzteil des Optimus Pad hat aber wieder einen eigenen Stecker und kein Micro-USB.
Handling
Beim Handling bin ich zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen – grundsätzlich bin ich ja ein Android-Fan, das iPad 2 spielt mit dem schicken Interface, den ausgereiften Applikationen (Keynote, iMockup, Magazin- und Zeitungsapps) und der einfachen Bedienung seine Stärken aber sehr gut aus.
Preise
Die Entscheidungsgrundlage für Kauf oder Nicht-Kauf dürfte wahrscheinlich der Preis sein. Das LG Optimus Pad drückt mit EUR 899,- in meinen Augen etwas zu heftig auf den Geldbeutel. Das iPad 2 ist ohne 3G und mit 16 GB mit EUR 499,- dagegen fast ein Schnäppchen.
Ist ein Tablet notwendig?
In meinen Augen nicht wirklich, außer man ist viel unterwegs und kann viele Tasks vom Notebook auf das Tablet verlagern. Lesen, das Beantworten von Emails und Browsen im Internet macht auf ihnen wirklich Spaß – Angry Birds spielen übrigens auch
. Mit Keynote funktioniert auch das Erstellen von Präsentationen auf dem iPad überraschend gut und schnell.
May 11 2011
Servicewüste Mobilfunk
Die Antwortzeiten diverser Mobilfunker sind wirklich jenseits von gut und böse:

Email-Anfrage bob
Zugegeben, meine Mails waren auch schon mal freundlicher – nach 5 Anrufen bei der Hotline ist das aber wohl verständlich. Der Fehler lag übrigens bei mir, ich hatte die APN-Einstellungen am iPad nicht eingetragen. Bis zur Bestätigung der Nummer hat es auch ohne funktioniert.
February 04 2011
Das Handy als Lebensader – Mobile in Zambia
Das Handy klingelt, einmal, zweimal und bricht ab. Mein Freund Perry schüttelt den Kopf und ignoriert den Anruf. Wenige Minuten später ruft dieselbe Person wieder an. Ich frage ihn, und erfahre den Trick des Sparens, Pagen. Man ruft jemanden an, lässt anklingen und hofft, dass man zurückgerufen wird. Perry ruft nicht zurück, am Wochenende hat jeder 30 Freiminuten und die soll der Anrufende auch nutzen. In einem Land, in dem der Durchschnittsbürger 400 000 Kwacha, etwa 65€, pro Monat verdient, wird beim Telefonieren gespart. Die Handyanbieter lassen sich immer neue Aktionen einfallen, um die Leute zum Telefonieren zu bringen. Um 30 Minuten zu bekommen, müssen zumindest 5000 Kwacha aufgeladen werden – nachts ist das Telefonieren billiger und in bestimmten Zonen kostet es weniger. Eine Abrechnung pro Sekunde gaukelt niedrige Gebühren vor und die Leute gehen darauf ein. Wertkarten -Bons ab 2000 Kwacha werden verkauft, gut 4 Minuten Gesprächszeit.
Als vor einigen Jahren der Handyboom hier einsetzte, wurde das Handy zum Statussymbol. Jeder wollte eines, aber nicht jeder hatte das Geld dazu. Diese Zeiten sind jetzt vorbei, durch chinesische Importen gibt es heutzutage Mobiltelefone um 10€ und eine SIM Karte kostet 80c. Jeder besitzt ein Handy und hat zwei SIM Karten, eine für jedes wichtige Netz. Da bereits im eigenen Netz die Gebühren bei 17c liegen, kommt telefonieren in fremde Netze nicht in Frage. Alle Tricks werden angewandt – eine geschickte Kombination von Tarifen und Uhrzeiten kann so bis zu 70% einsparen. Um nicht immer die SIM Karte wechseln zu müssen, brachten die Chinesen neue Handymodelle auf den Markt.
Fake Nokia Handys, mit einem zweitem SIM Karten Slot ausgestattet, ermöglichen das Verwenden von zwei Netzen. Von außen ist den Modellen kein Unterschied anzusehen. Der Preis, die zwei SIM Karten und die kurze Lebensdauer holen einen dann auf den Boden der Tatsachen zurück.

Mobilfunk in Afrika (Quelle: http://www.flickr.com/photos/63873121@N00/4073662634/)
Auch das Internet wurde in letzter Zeit immer wichtiger, doch ein stabiles Internet ist in Sambia Wunschdenken. Starke Regengüsse, die in der Regenzeit täglich vorkommen, verlangsamen WLAN-Verbindungen und unterbrechen den Satelliten-Link. Sambia hat zwar bereits vor einem Jahr eine Glasfaserverbindung nach Namibia bekommen, doch das Versprechen, dass Land damit zu beliefern wurde nicht eingelöst. Aus diesem Grund – und weil Orte abseits der Hauptachse, Copperbelt – Lusaka – Livingstone, noch schlechtere Karten besitzen – sind GPRS Modems Gang und Gäbe. Doch nicht jeder besitzt einen Computer, geschweige denn einen Internet Anschluss, weshalb viele hier Handys nutzen, um ins Internet zu kommen. In Europa lang vergessene Produkte versehen hier weiterhin ihren Einsatz. Die Handyprovider bieten den Zugriff auf Facebook kostenlos an und mittels Opera Mini ist auch ein billiges Surfen möglich. Mit den guten alten Geräten – wie dem Nokia 6230 – wird das Internet genutzt. Die einzige Möglichkeit für viele ins Web zu kommen ist eben das Mobiltelefon. Eine Sparte, die von in Europa leider übersehen wird.
Ein Freund versucht sich für eine Universität in Niederlande einzuschreiben: Völlig verzweifelt kommt er bei mir an und erklärt mir sein Problem. Die Seite ist groß und erfordert aktuellste Browserversionen, die ihm nicht zu Verfügung stehen. Dank meiner Satelliten-Verbindung kann ich ihm dabei helfen. Auf seine Frage, warum “wir” die Leute hier vergessen, kann ich leider nicht antworten. Auch mir wurde erst hier bewusst, was es heißt, ein wirklich langsames Internet zu haben.
January 27 2011
App des Tages: NewsRob
NewsRob (in der Pro-Version) hat sich zur meisten genutzten App auf meinem Smartphone entwickelt. Sinn und Zweck der Anwendung ist recht schnell erklärt, NewsRob synchronisiert die Google Reader Feeds und man kann sie so bequem unterwegs lesen. Es gibt zwar mittlerweile auch eine offizielle Google Reader App, allerdings hat mir die nicht so gut gefallen.
November 22 2010
Thailand und Mobile 2.0 – same same, but different
Ausgangslage
Mein Name ist Sascha, ich bin eigentlich in der wunderbaren Welt des Web 2.0 zuhause gönne mir aber gerade eine Pause vom Agenturstress und arbeite für zwei Semester als Lehrer an einem College in Nord-Ost Thailand. Meiner Web- und Mobilaffinität tut das aber natürlich keinen Abbruch weshalb ich mich auch, einmal angekommen in Udon Thani, schnell mit der Thematik auseinander gesetzt habe.
Ich selbst habe hier aktuell kein Smartphone, da mich meiner österreichischer Anbieter A1 leider nicht vorzeitig aus meinem Vertrag entlassen möchte. D.h. ich warte gerade auf das Ende der Vertragslaufzeit da mein Handy unter SIMlock leidet und somit unbrauchbar für Thai-Simkarten ist. Das heißt ich schlage mich hier gerade mit einem billigen Pre-Paid Handy herum. Bei allem Ärger darüber muss ich aber auch sagen, ist es ganz nett sich mal wieder nur aufs wesentliche zu konzentrieren und nicht jede freie Minute online zu sein. Aber nun mal rein ins Thema!
Anbieter
In Thailand gibt es im Großen und Ganzen drei unterschiedliche Anbieter. Diese haben noch ihre Subbrands (etwa wie Tele.Ring von T-Mobile, o.ä.), doch im Endeffekt ist man entweder bei AIS, DTAC oder bei True Move.
Marktstärke
Die oben genannten geringe Zahl an Anbietern heißt aber nicht, dass es hier keinen lukrativen Markt gibt. Ganz im Gegenteil. Mobiltelefonie ist wichtig. Während viele Thais auf Komfort beim Wohnen verzichten, ist dieser beim Auto bzw. Motorroller und beim Telefonieren extrem wichtig. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass der Handywahnsinn hier im Schnitt noch früher beginnt als bei uns in Deutschland oder Österreich. Von meinen Schülern hat jeder ein Handy, manche auch mehrere.
Thailand hat grob geschätzt um die 60 Millionen Einwohner – nur um mal ein Größenverhältnis aufzumachen. Bangkok, die Hauptstadt, hat allein schon mehr Einwohner als ganz Österreich. D.h. Marktpotential ist auf alle Fälle mehr als genug vorhanden.
Mentalität
Auch hier kann man sagen: Ähnlich wie bei uns daheim. Die Jugendlichen wachsen quasi mit dem Smartphone auf und sind daher auch recht affin was das Thema angeht. Gestern Abend wurde ich sogar während dem Unterricht von meinen Students als Freund auf Facebook geadded – via Handy. Das zeigt, in Thailand ist das Handy immer und überall dabei. Selbst auf dem Motorroller wird während der Fahrt telefoniert. Fragt man einen Thai, was er mit auf eine einsame Insel nehmen würde, würden viele „mein Handy“ sagen.
Gesten haben ich mich sogar eine Stunde lang mit meinen Students über das iPhone 4 und dessen Unterschiede zum Vorgänger unterhalten. Die Awareness ist also definitiv da. Das zeigt auch die Tatsache, dass ein recht populärer Jugend- und Musiksender in Thailand nun konsequent QR-Codes während den Videos einblendet. Die Zielgruppe wird also explizit dazu angehalten ein Smartphone zu nutzen und so wie es aussieht, funktioniert dieser Ansatz auch ganz gut.
Kosten
Entgegen der landläufigen Meinung, dass in Thailand alles billig ist, ist der mobile Spaß doch noch relativ teuer. Gerade die Hardware bewegt sich nahezu 1:1 in europäischem Preisrahmen. Wenn man dann in Betracht zieht, dass man in Thailand deutlich weniger verdient, ist es umso verwunderlicher, dass High-End-Geräte boomen. Der Preiskampf fängt nun aber auch hier so langsam an, so dass auch die Kosten für Endgeräte in absehbarer Zeit sinken sollten.
Die Tarife an sich sind zumindest als günstiger einzustufen als die, die ich aus Deutschland kenne. SMS und Telefonate sind auch ohne großartige Promotion recht günstig. Erwischt man die richtige Promotion, wird alles noch erschwinglicher so dass man auch mit österreichischen Tarifen mithalten könnte.
Brands
Und nochmal: same same. Apple, Nokia, Android und – überraschender Weise – auch Windows sind so gut wie überall zu finden. Vorherrschend sind allerdings Apple und Nokia. Gerade durch den Deal mit der Jugendmarke des Anbieter AIS, setzt Nokia aktuell verstärkt auf den jungen Markt. Wie in allen anderen Ländern der Welt aber auch, hat das iPhone von Apple auch hier einen besonderen Reiz und viele Thais – insbesondere die der jüngeren Generation – schwören auf das Telefon aus Cupertino.
Fazit
Entgegen vieler Vorurteile Thailand sei ein „Entwicklungsland“ kann man sagen, dem ist definitiv nicht so. Die Thais stehen Europäern in Sachen Nutzung mobiler Services in so gut wie nichts nach. Mobile Unterhaltung gehört mittlerweile für viele zum Alltag und wir schon jetzt häufig als selbstverständlich angesehen. Da der Markt recht groß ist und der Preiskampf erst beginnt, gehe ich davon aus, dass sich da noch einiges tun wird und die Akzeptanz und Nutzung mobiler Services in naher Zukunft weiter um ein vieles steigen wird.
November 05 2010
Wie sich iPhone, Android und BlackBerry-User gegenseitig sehen
Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an meinen Vergleich “Welche Fernsehserie ist mein Handy?” für den Digiday letztes Jahr.
In die selbe Kerbe zielt jetzt eine sehr nette Grafik von C-Section Comics.
Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würden, dass ich das nicht auch so sehe!
via intomobile
October 28 2010
RIP – Mobile2Null.com
Nach langem hin und her habe ich mich endlich dazu entschlossen meinen Blog mit meiner Firmenseite zu verschmelzen. Deswegen ist Mobile2Null.com ab sofort unter www.digitALPS.at/blog/ zu finden.
Ob ich deswegen öfter zum Bloggen komme, steht noch in den Sternen.
Auf jeden Fall kann ich meine Tätigkeiten durch diese Zusammenlegung auf eine Seite konzentrieren und unter ein gemeinsames Dach bringen.
Wenn in den nächsten Tagen und Wochen noch nicht alles so rund läuft, bitte ich um Nachsicht. Ich bemühe mich alle Kinderkrankheiten so schnell als möglich zu beseitigen. Zumindest der RSS-Feed sollte dank Feedburner ohne Umstellung weiter funktionieren.
Ich hoffe, Ihr bleibt mir als Leser weiterhin erhalten!
September 01 2010
157 Zahlen zu mobilen Applikationen die man wissen sollte
Wenn man sich viel mit mobilen Applikationen und mobilen Service beschäftigt, sind Zahlen immer gern gesehen und meistens unbedingt notwendig, um den Nutzen klar zu machen. Leider sind diese nicht immer leicht zu finden.
Diese Präsentation löst das Problem zumindest für eine Weile:
via MobileZeitgeist
p.s.: Normal mag ich ja so kurze und ohne eigenes Wissen ergänzte Einträge ja nicht, aber diese Slides sollten es wert sein!
July 12 2010
July 08 2010
5 vor 12 für Nokia
Für Nokia sieht es im Moment nicht gut aus! Blogger wenden sich ab, Samsung verkauft in Westeuropa mehr Geräte und keine Rettung in Sicht!
Dieser Tweet hat einige Reaktionen nach sich gezogen, deshalb möchte ich die Beweggründe für diese Aussage etwas näher darlegen und die Ereignisse der letzten Zeit zusammenfassen:
- Meiner Beobachtung nach bloggen kaum noch Leute über Nokia (bis auf ein paar verstaubte Gesellen und jene, die von Nokia ganz gut leben und/oder bedient werden). Neue und gute Blogs rund um Nokia entstehen keine mehr.
- Spitze des Eisberges war das Ende von Symbian-Guru. Seinem Post kann ich nur zustimmen und Nokia sollte das verdammt ernst nehmen.
- Gestern gab es mehrere Meldungen, dass Samsung Nokia in Westeuropa bei den Verkaufszahlen schon überholt – bisher das Top-Argument von Nokia. Am US-Markt haben sie noch nie ernsthaft Fuß fassen können.
- Ich finde es super von Nokia, dass sie für die Emerging Markets (Indien, Afrika, …) recht viel tun. Hier befindet sich der Zukunftsmarkt und das Leben der Leute dort verbessert sich durch mobile Technologien eindeutig. Leider wird dies in der westlichen Welt kaum wahr genommen bzw. interessiert den gemeinen Blogger, der ein sexy Gerät haben will, nicht.
- Seit dem N95 von vor 5 Jahren hat Nokia kein Gerät mehr gebaut, das mich uneingeschränkt begeistert hat. Die E-Serie ist hier ausgenommen, mit der ich kaum Erfahrung habe.
- Das N97 war voll von Software-Bugs und nicht durchgängig zu bedienen, was die tolle Hardware zunichte macht.
- Das N900 ist ein cooles Gerät – für Freaks und nicht für den Massenmarkt ausgelegt, denn für den täglichen Gebrauch ist es leider zu unhandlich.
- Viele frühere Nokia-User sind schon auf Android oder iPhone umgestiegen, weil einfach nichts Passendes von Nokia erhältlich ist, obwohl sie prinzipiell gerne bei Nokia geblieben wären. Bestes Beispiel ist ein Geschäftsführer, der früher auf seinen Communicator geschworen hat, jetzt ein N97 hat und so frustriert von dem Teil ist, dass er jetzt ein iPhone von seiner IT-Abteilung testen lässt und wohl bald iPhone-User ist. Nokia wird ihn so schnell nicht wieder sehen.
- Das N8 wird IMO ein kommerzieller Erfolg, von sexy oder gar revolutionär ist das Gerät aber auch weit we. Behauptet Nokia aber eh selbst auch nicht.
- Größtes firmeninterne Problem ist meiner Meinung nach, dass sie ständig sagen “Es wird was kommen” und “Wir sind noch immer die Größten”. Genau deswegen wird Nokia jetzt auch überall zerrissen und nicht mehr ernst genommen. Wenn sie sagen würden „Haben wir verschlafen, wir arbeiten dran, lasst uns Zeit, im Moment halten wir uns mit Massenmarkt-Geräten über Wasser!“ wäre es ehrlich und würden wohl die meisten verstehen.
- Sie haben jede Menge Online-Services, die eigentlich gar nicht zu ihnen passen und auch nicht genutzt werden.
- Wozu ein Bilder-Dienst?
- Ovi Mail, Kalender & Kontakte (Eine Chance wäre, es zu öffnen und als Exchange Alternative ausbauen, Gmail ist so erfolgreich geworden.)
- Ovi Maps ist super, nur weit davon entfernt mit Google Maps konkurrieren zu können. (nur für Nokia verfügbar, keine API um sie auf der eigenen Seite zu nutzen, nicht mal embedden kann man sie)
- Wenn Nokia schon ein Internetkonzern sein will, dann sollen sie ihre Dienste auch für alle zugänglich machen, nicht nur für jene, die auch ein Nokia-Handy haben.
- MeeGo hat meiner Meinung nach das Potential, wieder eine Revolution hervorzubringen – da bin ich gespannt was sie daraus machen. Aber auch hier gilt: Weniger reden und dann mit einer echten finalen Version auf den Markt gehen. Vielleicht ist bis dahin auch der App-Hype abgeklungen und Nokia kann sich auf die Cloud konzentrieren. Apps haben sie auf alle Fälle verschlafen, das müssen sie sich eingestehen. Die Synchronisation zwischen den Geräten ist daher die Chance von MeeGo. Die gleichen Inhalte auf Handy, TV, im Auto, Tablet - immer synchron, das wäre was.
Fazit
Nokia hat im verdammt viele Baustellen und Aufgaben. Sie sind über Jahre auf einem vierbeinigen Thron gesessen - Apple hat ihnen ein Bein blitzartig ausgerissen, Google langsam ein weiteres durchgesägt und Samsung nagt gerade am dritten. Ich hoffe, sie können am vierten so gut balancieren, dass sie nicht umfallen bzw. nur mehr Produzent von Low-End Geräten verkommen.
Ich liebe Nokia! Ich finde, sie bauen noch immer die beste Hardware und sind ein zuverlässiger und vertrauenswürdiger Hersteller. Außerdem hätte ich gerne einen bedeutenden europäischen Player im Wettbewerb von Apple, Google & Co., der sich um Datenschutz kümmert. Gerade deshalb sehe ich nur ungern zu, wie es mit ihnen seit Jahren nach unten geht.
July 06 2010
App des Tages: Währung
Nachdem die Urlaubszeit so richtig in Fahrt kommt und ich meinen Urlaub schon hinter mir habe, wird es in den nächsten Tagen vor allem Tipps für mobile Applikationen im Urlaub geben.
Beginnen möchte ich mit einer Anwendung, die einem helfen sollte, fremde Währungen richtig und mit dem aktuellen Kurs umzurechnen. Durch den Euro kann man zwar schon in vielen Urlaubsländern bequem mit der vertrauten Währung zahlen, dennoch gibt es noch genug Urlaubsländer außerhalb der Euro-Zone. Eines davon ist Schweden – dort habe ich die letzten beiden Wochen meinen Urlaub verbracht.
Zu sagen gibt es zu so einer Anwendung eigentlich nicht viel, außer das sie auch offline funktionieren soll und bei Bedarf den Kurs aktualisiert.
Für mein Android-Gerät habe ich mir aus dem Market die Applikation “Währung” von “FXware” installiert und war sehr zufrieden damit. Beim Start versucht das Programm den aktuellen Kurs zu aktualisieren, wenn keine Datenverbindung besteht dann kann dieser Schritt einfach übersprungen werden. Vorsicht Datenroaming!
Eine einfache Eingabemaske genügt, um den Betrag umzurechnen. Natürlich kann man die Währungen jederzeit ändern.
Nettes Feature ist auch der eingebaute Prozentrechner für das Trinkgeld. Dort wird einfach der Gesamtbetrag und der gewünschte Prozentsatz für das Trinkgeld eingegeben und man erhält die neue Gesamtsumme inklusive Trinkgeld.
“Währung” ist eine einfache App, die mir im Urlaub gute Dienste geleistet hat.
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